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Lichtenau hat beste Voraussetzungen zur Energiestadt

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CDU fordert Gesamt-Energiekonzept

Lichtenau (hv). Lichtenau und die NRW-Klimakommune im münsterländischen Saerbeck (Kreis Steinfurt) haben viele Gemeinsamkeiten. Das wurde jedenfalls beim Infoabend des CDU Stadtverbandes „Chancen unserer Energiestadt Lichtenau nutzen“ am vergangenen Mittwochabend (15.06.11)  im TZL sehr deutlich. Mit zahlreichen Beispielen aus der Praxis erläuterte der Bürgermeister der Stadt Saerbeck, Wilfried Roos, den Weg, den die Stadt gegangen ist, um am 6. März 2009 vom NRW-Ministerium für Umwelt- und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz den Titel „NRW-Klimakommune der Zukunft“ verliehen zu bekommen. Honoriert wurden damit die vielen Anstrengungen, die die Gemeinde und insbesondere ihre Bürger in der Vergangenheit schon für den Klimaschutz und für die Klimaanpassung geleistet haben. Ausgezeichnet wurde aber insbesondere das zukunftsweisende „Integrierte Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept“ (IKKK).

Foto: Erkannten bei der Veranstaltung "Chancen unserer Energiestadt Lichtenau nutzen" im TZL Lichtenau viele Gemeinsamkeiten (von links nach rechts:) CDU Fraktionsvorsitzender Ralf Zumbrock,  Andreas Lahme von der Volksbank Paderborn- Höxter - Detmold, Bürgermeister Dieter Merschjohann, Bürgermeister aus Saerbeck, Wilfried Roos, Andreas Düser,  Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie NRW e. V. sowie CDU Stadtverbandsvorsitzender Volker Jung.

Roos

 

Leitziel ist und war in Saerbeck, durch Energie einsparende Maßnahmen den Energieverbrauch in der Gemeinde wirksam zu senken und den verbleibenden Energiebedarf komplett durch die Nutzung erneuerbarer Energien sicherzustellen. Bis 2030 soll Saerbeck energieautark sein. Das heißt: In Saerbeck soll so viel Energie aus Sonne, Wind und Biomasse produziert werden, wie hier verbraucht wird.

Saerbeck ist ähnlich ländlich strukturiert wie Lichtenau: 7.300 Einwohner, hat aber mit 5800 ha  Fläche nicht annähernd die räumliche Ausdehnung, wobei 85 % landwirtschaftlich genutzt werden. „Lichtenau war vor gut 4 Jahren, als wir den Antrag zur Klimakommune stellten, wesentlich weiter als wir“, so der Bürgermeister der Stadt Wilfried Roos. Er betonte, dass man Energie, die man einsparen könne, nicht produzieren müsse und so zog man daraus die Konsequenzen. Ein Umdenken und ein Bewusstseinswandel wurde durch verschiedene Maßnahmen erreicht: Das fing schon bei den Schulen an, deren Schüler die Bürger nach deren Interesse an der Sanierung von privaten Gebäuden befragte; Dachflächenpotentiale für die Solartechniknutzung wurden mittels Luftbilder ermittelt. Handwerker, Energieberater und Banken haben die Bürger informiert. Es gibt Energiestammtische, Energieerlebnispfade in Form von erlebbaren Stationen, eine transparente und begehbare Heizzentrale in Form von Pelletkesseln mit angeschlossenen Nahwärmenetz. Zentraler Dreh- und Angelpunkt ist in Saerbeck ein altes Munitionsdepot der Bundeswehr, welches von der Gemeinde übernommen wurde. Auf alten Munitionsbunkern  wird auf einer Fläche von 90 ha Solarenenergie gewonnen Ferner hat Saerbeck heute drei Biogasanlagen und sieben 7 Windenenergieanlagen Es entstanden schließlich mehr Arbeitsplätze in Saerbeck, junge Familien zogen zu und innerhalb von 2 Jahren kamen mehr als 2000 Neubürger dazu.

Stadtverbandsvorsitzender Volker Jung bedankte sich für den informativen und anschaulichen Vortrag und zeigte sich optimistisch„Wir haben beste Voraussetzungen, um diesen Weg der Energiestadt weiterzugehen, denn wir erzeugen immerhin schon 425 % des privatwirtschaftlich genutzten Stroms selbst hier vor Ort aus erneuerbaren Energiequellen“. Das sei rund 80 Mega-Watt an Leistung aus verschiedenen erneuerbaren Energieträgern. Man müsse aber weg von der Diskussion und der Umsetzung von nur Einzelmaßnahmen und eher hin zu einem Gesamtkonzept. Dabei könne das Technologiezentrum eine Chance bieten, um als Wirtschaftstandort attraktiver zu werden. Er appellierte an die Versammlung, dieses Vorgehen zu unterstützen. Die CDU wird die Verwaltung beauftragen, ein solches Gesamtkonzept – auch mit Hilfe eines externen Beraters – zu erarbeiten. Es ginge hier nicht um irgendein Konzept, sondern um das, welches in der Zukunft ausschlaggebend sei, was die Ansiedlung von Unternehmen, Arbeitsplatzangebote, Familienansiedlungen und Gewerbesteuerzahlung beträfe. 

Andreas Düser, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie NRW e. V. , konnte den Trend in der Energiewende darstellen und betonte, dass die Menschen durch Klimawandel und Rückgang der Rohstoffe gezwungen sind, umzudenken. Bundesweit würden nur 11 % der Energien aus erneuerbaren Quellen gewonnen. Eine große Chance sehe er beim Repowering und bei der Energiegewinnung aus Biomasse. In der Energiespeicherung lägen auch noch Möglichkeiten, die gefunden werden und weiterentwickelt werden wollen. Andreas Lahme von der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold könnte sich eine Bürgerbeteiligung in Höhe von 500-1500 Euro pro Bürger gut vorstellen, um kleinere und mittlere Projekte anzustoßen.

 

 

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