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Unterschriftenaktion gegen Nationalparks Senne-Egge gestartet

Lichtenau (hv). Dem Minister und der Landesregierung ein deutliches Zeichen der Region geben, dass sie hier vor Ort in der Egge und im Teutoburgerwald den Nationalpark nicht wollen, das möchten jetzt der CDU Stadtverband Lichtenau/die CDU Fraktion und der CDU Gemeindeverbandes Altenbeken. Das machte der Stadtverbandsvorsitzende Volker Jung beim traditionellen Aschermittwochsgespräch sehr deutlich. Entstanden seien die Überlegungen bei der jüngsten Kreisvorstandssitzung. Deshalb laden sie die Bürgerinnen und Bürger ein, sich an der nun anlaufenden Unterschriftenaktion „für den Schutz von Natur und Umwelt und gegen die Schutzform des Nationalparks für den Bereich Senne und Egge“ zu beteiligen. 

Volker Jung

 

 

„Das Erbe der britischen Streitkräfte ist noch nicht verteilt“, erklärte Jung und überhaupt sei der Abzug der Truppen noch nicht beschlossen, sondern lediglich angekündigt. Das bestätigte auch Umweltminister Johannes Remmel. Weiterhin offen seien demzufolge der eventuelle Zeitpunkt des Abzuges, die Form des Abzuges oder eine gegebenenfalls weitere Nutzung vorhandener Trainingsinfrastruktur.

Das der Abzug der Briten für die ganze Region ein Riesenverlust wäre, steht außer Zweifel. Laut Statistik des Kreises Paderborn gibt eine Division rd. 106 Mio. Euro für Miete, Gehälter, Investitionen, etc. aus. Hinzu kommen nach Schätzungen des Kreises etwa 250 Mio. Euro, die die Soldaten und ihre Angehörigen pro Jahr hier lassen. Dem gegenüber stehen Schätzungen von Tourismuseinnahmen in Höhe von 2 Mio. Euro. 

Die Parteifreunde aus Hövelhof konnten bei ihrem letzten Besuch im Nationalpark Eifel indes bestätigen, dass dort die Übernachtungszahlen von 2003 (vor der Errichtung) bis 2010 sogar rückläufig waren. Laut Jung ist es mehr als unwahrscheinlich, dass die Kosten Mehraufwendungen für die Pflege der Senne als auch die fehlenden Einnahmen durch die Nutzung der genannten Flächen durch die Touristikeinnahmen ausgleichen.

Auch müsse man wissen, dass die Einrichtung eines Nationalparks durch die Landesregierung durch Rechtsverordnung erfolge. Der Kreis oder die kommunale Selbstverwaltung hätten keinerlei Mitwirkungsrechte. Dennoch hoffe er, dass der Minister seine Angebote zum Dialog mit der Bevölkerung auch Ernst nehme und die Bevölkerung auch tatsächlich einbinde.

 Welche Konsequenzen hat ein Nationalpark Senne-Egge für uns?

Da ein Nationalpark vorgibt, das 75% der Fläche naturbelassen verbleiben müssen- , man spricht hier vom Prozessschutz-  und man den Truppenübungsplatz also nicht wie erforderlich unter Prozessschutz stellen kann, müssen andere Flächen, die alle dem Land gehören, .wie die der nördlichen Egge und des Teutoburger Waldes dazu herangezogen werden. Privat-Waldflächen dürften nicht zum Nationalpark herangezogen.

Prozessschutz bedeutet, dass diese Flächen nicht mehr genutzt werden dürfen. „Was Generationen von Förstern und Forstwirten gehegt und gepflegt haben und nun verkauft werden könnte, soll jetzt im Wald umfallen und vermodern. Können und wollen wir uns das angesichts des NRW-Schuldenberges leisten?“ fragte Jung die Versammlung.  Das Land verzichte dann lt. Schätzungen auf Einnahmen in Höhe von bis zu 10 Millionen Euro pro Jahr.

Vor allem sei das dann auch noch klimaschädlich. Denn Experten weisen zu Recht darauf hin, dass durch das Vermodern CO2 freigesetzt wird, was unterm Strich zu einer negativen CO2-Bilanz führen würde.

Zudem ist mit der Etablierung von Flächen mit Prozessschutz deren Betreten nicht mehr möglich, sondern nur noch in geführten Wanderungen. „Ich kann nicht verstehen, wie eine Landesregierung, die dem Wohl aller Bürger verpflichtet ist, eine solche ungeheure finanzielle Verpflichtung auf sich nehmen kann und letztendlich auf den Bürger umlagert.“ zeigte sich Jung enttäuscht.

 Wenn das Erbe der Briten dann tatsächlich zu verteilen wäre und sie abziehen würden und auch die Bundeswehr den Truppenübungsplatz nicht weiter nutzen sollte, dann müsste ohne Wenn und Aber dieser Natur- und Kulturraum geschützt und in seiner jetzigen Form erhalten werden. Denn es ist absolut unstrittig, dass die Senne und die Egge Kultur- und Naturlandschaften von herausragender Bedeutung sind, die ihres Gleichen suchen, weil sie nicht ungeschützt der Natur überlassen worden sind, sondern weil die Menschen sie in Harmonie mit der Natur gepflegt haben.

 Schließlich stellte Jung folgende Forderungen auf, die man mit einer Unterschrift unterstützen könnte:Kein Abzug der britischen Streitkräfte, Pflege der Senne, Möglichkeit der Nutzbarmachung der Senne durch die Bundeswehr, Erhalt der Erholungsfunktion der Senne sowie Pflege und Schutz der Senne wie auch der Egge mit ihrer Vielfalt an Pflanzen und Tieren, Ermöglichung der Region zur Selbstbestimmung über die Nutzung der Gebiete.

 Eine weitere Infoveranstaltung ist bereits vom Stadtverband geplant. Unterschriftlisten sind im Umlauf oder können hier Nationalparke_Lippe_und_Egge.pdf   heruntergeladen werden.


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